Ende August 2026 waren wir eine Woche lang auf Island. Los ging es mit einem Tag in Frankfurt. Wir haben die Stadt angesehen, bevor wir am nächsten Morgen früh zum Flughafen aufgebrochen sind. Mit Iceland Air ging es in wenigen Stunden von Frankfurt nach Keflavik.
Dort angekommen ging es vorbei an Reykjavik nach Hveragerðisbær in einen Bonus-Markt. Dieser ist besonders, denn durch ihn verläuft eine kleine Schlucht, die die tektonischen Platten von Nordamerika und Europa trennt. Island befindet sich auf beiden Platten. Reykjavik und Umgebung befindet sich überwiegend auf der nordamerikanischen Platte. Und in eben diesem Einkaufsladen verläuft die Grenze zwischen beiden Platten und man kann durch den Boden hineinsehen und zwischen den Platten hin und her spazieren.
Dann ging es vorbei an heißen Quellen in Ölfus, an denen es ringsherum nach Schwefel riecht, kurz vor Reykjavik. Dort war unsere Unterkunft und unser Ausgangspunkt für die Urlaubswoche. Um die verschiedenen Ziele zu erreichen, haben wir uns am Flughafen ein Auto gemietet. Wir bekamen einen typisch weißen Dacia Biggster, mit dem gefühlt alle Touristen auf Island unterwegs sind. Man erkennt sie sofort.
Da es am zweiten Tag regnete, entschieden wir uns eine Klippe mit Naturpool (Brimketill) an einer Steilküste zu besuchen. Diese Attraktion beeindruckt nur, wenn es stürmt. Dann füllt sich das Becken mit dem Meerwasser und peitscht gegen die Felsen. Hier sind Regenjacke und Regenhose gefragt, denn man wird von Kopf bis Fuß nass.
Am nächsten Tag fuhren wir etwas länger in Richtung der Stadt Vík. Auf dem Weg dorthin kamen wir an zahlreichen Wasserfällen vorbei, wie dem Seljalandsfoss, um den man auch herum gehen kann und seinem großen Nachbarn, dem Skógafoss. Es ist schon beeindruckend, wie groß ein Wasserfall sein kann.
Vorbei am Bra-Fence, an dem viele verschiedene BHs hängen (es gab einmal ein Dorffest in der kleinen Stadt und um schwimmen zu gehen, haben die Frauen ihre Kleidung über den Zaun gehängt. Als das Fest vorbei war, haben sie ihre BHs dort vergessen. Die Touristen kamen und hängten ihre einfach dazu) und an ein paar Schafen und Pferden ging es bis kurz vor Vík. Dort gab es in Dyrhólaey, einen tollen Hügel mit Leuchtturm und Ausblick auf den schwarzen Strand; Reynisfjara. Dieser schwarze Strand ist bekannt für seine hohen und stürmischen Wellen und die tollen Basaltsäulen an den Klippen. Er ist außerdem auch Drehort der Fantasy-Serie „Game of Thrones“.
Wir hatten auch Glück und konnte um diese Zeit noch ein paar wenige Puffins/Papageientaucher entdecken. Ende August sind nur noch die Wenigsten und Schwächsten an den Stränden zu sehen, denn sie machen sich bis Mitte August auf den Weg übers Wasser um anderswo zu überwintern.
Nun gab es auch einen Tag, an dem wir Regen erwischt haben. Deshalb hielten wir uns in der Unterkunft auf und machten uns erst am Nachmittag, als es trockener wurde, auf den Weg Reykjavik zu erkunden. Wir schlenderten durch die Stadt vorbei an Sehenswürdigkeiten wie dem Konzerthaus Harpa mit seiner außergewöhnlichen Architektur, dem Gebilde Sonnenfahrt, das aussieht wie das Skelett eines Schiffes oder dem Regenbogenboulevard, einer Straße, die in regenbogenfarben leuchtet. Besonders beeindruckend war die Hallgrímskirkja, eine sehr hohe Kirche, die aussieht, als sei sie aus Basaltsäulen gebaut.
Der Tag darauf hielt weitere tolle Naturspektakel für uns bereit. Wir machten Halt in einem Geysirpark, um den Geysir Strokkur spucken zu sehen. Er schießt alle paar Minuten ein paar Meter in die Höhe. Der nächste Stopp war am Gullfoss. Ein großer und vor allem breiter Wasserfall, der in verschiedenen Ebenen nach unten in einen Fluss fällt. Das war gigantisch anzusehen. An diesem Tag allerdings, war das Highlight unser letzter Stopp. Wir kamen zu Kerið, einem Vulkankrater. Das sah sehr beeindruckend aus. Wir durften sogar auf dem Vulkan um ihn herum wandern sowie nach unten in den Krater gehen. Das Wasser in dem Vulkan war schon recht frisch.
Um ein Lavafeld zu bestaunen, das sich über weiten Teilen der Umgebung ausgebreitet hat, haben wir am darauffolgenden Tag einen Ausflug gemacht. Ein Vulkan ist 2021 ausgebrochen und hat viel Natur und eine Straße unter sich begraben. Bis kurz vor eine kleine Stadt ist die Lava vorgedrungen, doch die Stadt schien weitestgehend verschont geblieben zu sein. Bis vor zwei Jahren war es unter dem Feld noch recht warm. Heute ist die Lava abgekühlt und man kann die spitzen schwarzen Brocken bestaunen und auf ihnen umher laufen. Wenn man so eine Naturkatastrophe in Form des riesigen schwarzen Feldes aus Lava sieht, fühlt man sich selbst wieder sehr klein auf der Welt und man merkt, dass man nichts gegen die Natur ausrichten kann. Genauso, wie ein paar Meter weiter, wo sich eine kleine Schlucht zwischen den tektonischen Platten befindet, durch die man laufen kann. Entweder direkt durch die Schlucht zwischen den Platten oder über eine Brücke, die beide Platten miteinander verbindet.
Der letzte Tag führte uns ein Stückchen weiter in den Nord-Westen der Insel. Auf unserer Fahrt entlang des Atlantiks kamen wir an einer einzigartigen schwarzen Kirche, die Búðakirkja, vorbei. Sie liegt etwas abseits an einer Klippe und ist komplett schwarz bemalt. Weiter ging es durch eine wunderschöne bergige Landschaft, vorbei an kleinen Wasserfällen bis nach Ytri Tunga, einem Robbenstrand. Wir hatten auch hier Glück und konnten ein paar Robben erkennen, die sich vor dem Strand auf Felsen gesonnt haben. Über einen kleinen Pass durch die Highlands Islands sind wir zur letzten großen Attraktion gefahren, einem Vulkan, dem Kirkjufell. Ebenfalls bekannt aus „Game of Thrones.“
Nun neigte sich unser Urlaub dem Ende zu, denn am nächsten Morgen ging es gegen 4 Uhr zurück zum Flughafen von Keflavik. Erst das Auto zurück gegeben und dann ab ins Flugzeug und zurück nach Deutschland. Durch einen geglückten Eincheck-Versuch und das Aufgeben des Gepäcks am Vorabend, konnten wir immerhin ein paar Minuten länger schlafen. Dies ist sehr zu empfehlen, falls die Fluggesellschaft dies anbietet. Hat gut funktioniert und die Koffer sind alle gesund und munter in Frankfurt angekommen, genauso wie wir.
Unser Fazit: Eine Woche für den Westen und Nordwesten Islands reicht völlig aus, um viele tolle Dinge zu unternehmen und zu sehen. Island ist landschaftlich wunderschön und definitiv eine Reise wert. Falls wir jemals wieder nach Island kommen werden und mehr Zeit haben, würde sich es für uns anbieten mit der Fähre überzusetzen und mit unserem eigenen Auto einen Roadtrip über die gesamt Insel zu machen. Denn vom Osten der Insel haben wir leider nichts gesehen. Insgesamt hat sich der Urlaub gelohnt und wer etwas schroffere Landschaften und kühle Temperaturen mag, wird es auf Island gefallen.
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